SP - Die StadtPartei
 

Vernehmlassung der SP Adligenswil zum Räumlichen Entwicklungskonzept

 

1. Gesamteindruck

 

Die SP Adligenswil (SPA) beurteilt das REK als Gesamtes als positiv und als Fortschritt gegenüber den ersten gemachten Vorschlägen im Sonderinfo „Adligenswil – 2030“. Besonders positiv wird der konsequente Verzicht auf das Modell „Tropfen“ gewertet. Dieses Modell hätte den dörflichen Charakter der Gemeinde Adligenswil massiv gestört und die Schaffung von sogenannten Villenzonen gefördert.

 

Weiter wertet die SPA die sorgfältige und aussergewöhnlich umfassende Verkehrsplanung als sehr zukunftsweisend. Es ist dem Gemeinderat gelungen, das Thema Verkehr in der Gemeinde Adligenswil fundiert und professionell aufzuarbeiten. Die SPA nahm in Verkehrsfragen bereits vor rund 15 Jahren eine Vorreiterrolle wahr und forderte die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in allen Quartieren. Umso erfreulicher ist es darum, dass solche Verkehrsregime nun auch für weitere Strassen in der Gemeinde geprüft werden.

 

Die SPA beurteilt in einer Gesamtschau auch die Strategie des Gemeinderates positiv, wonach auf neue Quartiere verzichtet und das Ziel verfolgt wird, die bestehenden Lücken in den bereits eingezonten Bereichen zu schliessen. Dadurch kann eine harmonische Weiterentwicklung der Gemeinde erreicht werden, ohne dass neue Erschliessungen finanziert werden müssen. Eine Zersiedelung der Landschaft kann so verhindert werden.

 

 

2. Ziele

 

Die SPA teilt die Einschätzung des Gemeinderates, wonach ein Wachstum von ca. 10% in den nächsten 15 Jahren als moderat bezeichnet werden kann. Dies dürfte in der Dimension richtig sein, um die bestehende Infrastruktur auszulasten, ohne dass grosse Neuinvestitionen getätigt werden müssen.

 

 

3. Zur Einzonung geeignete Flächen

 

Hier ist zu beachten, dass es sich grundsätzlich um eine Konzeptkarte handelt und noch nicht um eine parzellengenaue Betrachtung. Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass sich die SPA mit den nun vorgesehenen Siedlungsgrenzen einverstanden zeigen kann. Diese ermöglichen eine sinnvolle Erweiterung der Siedlung und schützen zugleich den ländlichen Charakter von Adligenswil. Es ist zwingend zu verhindern, dass sich Siedlungen bis zur Scheitel von Hügeln erstrecken. Die vertikalen Grüngürtel an den Siedlungsgrenzen sind unbedingt freizuhalten.

 

Als sensibel dürfte sich die Situation in der Hole (Obgardi/Müliweid) erweisen. Dieser Grünfinger ist für das Dorfbild äusserst wertvoll. Nach Ansicht der SPA ist das Gebiet Nummer 8 weniger problematisch als die geplante Siedlungsfläche Nummer 9. Auf die Einzonung dieses Gebietes sollte verzichtet werden, da der ländliche Blick auf Adligenswil massiv beeinträchtigt würde. Die Einzonung der Nummer 8 ist mittels Gestaltungsplan streng zu reglementieren.

 

Die SPA begrüsst die Absicht, die Wohnzone angrenzend an das Gebiet Nummer 16 neu der Arbeitszone zuzuführen. Grundsätzlich ist bei der Schaffung von Gewerbeland darauf zu verzichten, dieses durch die Möglichkeit von Wohnraum künstlich zu verteuern. Es ist sinnvoll, Gewerbeland an den Siedlungsgrenzen zu planen. Dies verhindert einen potenziellen Konflikt zwischen Wohnen und Arbeiten.

 

 

 

4. Verkehr und Ortskern

 

Die SPA begrüsst den Grundsatz, wonach trotz der möglichen Einzonung von neuen Gebieten die Entstehung von Durchgangsverkehr unbedingt zu vermeiden ist. Auch die konsequente Weiterführung von Tempo 30 in Quartieren ist zwingend notwendig. Eine Abkehr von dieser Verkehrspolitik wäre für Adligenswil unvorstellbar.

 

Die in der Konzeptkarte skizzierten notwendigen Erschliessungen von neuen Gebieten erachtet die SPA als sinnvoll und nachvollziehbar. Es ist richtig und wichtig, dass das Gebiet Nummer 4 direkt von der Kantonsstrasse/Dottenbergstrasse her erschlossen wird. Dadurch kann eine Mehrbelastung der bestehenden Quartiere Moosmatt und Altmatt verhindert werden.

 

Die SPA teilt die Meinung des Gemeinderates, wonach das Hauptaugenmerk der Verkehrsgestaltung im Zentrum gelten muss. Die heutige Situation ist unbefriedigend und beinhaltet grosses Unfallpotential. Es ist deshalb zwingend und richtig, die Situation gesamtheitlich zu beurteilen. Die SPA kann an dieser Stelle die eigenen Forderungen nach einem Langsamverkehrregime im Zentrum von Adligenswil nur bekräftigen. Die heutige Situation ist weder für Automobilisten noch für Fussgänger und Velofahrer optimal. Es ist richtig, dass in die Überlegungen auch die Kantonsstrasse miteinbezogen wird. Die SPA würde die Schaffung einer Tempo 20 Zone über das ganze Zentrumsgebiet (Einfahrt Meiersmatt-Gemeindehaus-Dottenbergkreisel) begrüssen. Bei beiden Varianten, Tempo 20 oder 30 ist die Gestaltung der Fussgängerverbindung Dorfschulhaus-Coop, der Zentrumsplatz und die Schulwiese Dorfschulhaus mit den vorgelagerten Parkplätzen mit einzubeziehen. Auch die Situation mit den Parkplätzen entlang der Dorfstrasse ist zu überprüfen. Bei allen Überlegungen haben die Sicherheit der Fussgängerinnen und Fussgänger und die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität im Mittelpunkt zu stehen.

 

Die Situation auf der Dorfstrasse ab Gemeindehaus bis und mit Widspüelkreisel ist für Velofahrer unbefriedigend und wenig sicher. Hier ist die Schaffung eines durchgehenden Veloweges zu prüfen und schnellst möglich umzusetzen.

 

Weiter vermisst die SPA eine Aussage zum Stubenbachweg. Dieser ist nach ihrer Ansicht zwingend zu erhalten. Der Gemeinderat muss hier alles unternehmen, dass dieser stark frequentierte Weg erhalten bleibt.

 

 

Adligenswil, 25. August 2010

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                   

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